Festzinsanlagen - das täglich Brot der Rentenfonds
Die Anlage von Kundengeldern in festverzinslichen Anlagen ist das täglich Brot der Fondsmanager die internationale oder europäische Rentenfonds betreuen. Zwei große Gruppen von festverzinslichen Wertpapieren werden dabei gehandelt - Staatsanleihen und Unternehmensanleihen. Und in diesen beiden Begriffen steckt das Wort "leihen". Für einen Fondsmanager, wie auch für sie als Privatanleger, ist es also wichtig zu wissen, wie hoch ist das Ausfallrisiko des Staates oder des Unternehmens (also dem Herausgeber des Wertpapiers)? Entscheidend für die Beantwortung der Frage ist, zu welchem Zweck leiht sich z.B. ein Unternehmen Geld?
Warum gibt es Anleihen überhaupt?
Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass ein Unternehmen Gewinne erwirtschaften will. Wenn ein Unternehmen dazu Darlehen benötigt, hat es die Wahl zwischen Bankfinanzierungen und Darlehen aus privater Hand. Unternehmerisch betrachtet ist ein Zinsversprechen von 6% p.a. in Form einer Unternehmensanleihe für private Anleger preiswerter als eine Bankfinanzierung zu 10 oder 12% Darlehenszins. Wenn z. B. ein Automobilhersteller so eine neue Fertigungsstraße finanziert, realisiert er früher und bessere Gewinne. Eine solche Anlage ist also nicht automatisch unseriös, nur weil ein höherer Zins an die Anleger gezahlt wird.
Worauf sie in der Beratung achten sollten
Geht ein Unternehmen in die Insolvenz werden die Ansprüche der Gläubiger (Anleger) in einer bestimmten Reihenfolge aus dem Vermögen des Unternehmens befriedigt. Hier eine grobe Auflistung.
1. Vater Staat - gibt es Forderungen an Steuern und Sozialabgaben?
2. Fremdkapital - gibt es Bankdarlehen und/oder Unternehmensanleihen
3. fremdfinanziertes Eigenkapital (Mezzaninenkapital beispielsweise Genussrechte)
Eine wichtige Frage für die Sicherheit des angelegten Geldes ist also, wie hoch sind die Verbindlichkeiten des Unternehmens gegenüber Banken im Verhältnis zu den Verbindlichkeiten gegenüber privaten Anlegern? Wie schnell sind die Vermögenswerte des Unternehmens in liquide Mittel zu wandeln? Ist der Sitz der Firma in Deutschland und unterliegt somit deutschem Recht?
Mit Hilfe des Emissionsprospektes eines festverzinslichen Wertpapiers kann ein lizensierter Wertpapierberater ihnen diese Antworten geben. Fragen Sie auch danach, ob Sie die Anlage für eine relativ kurze Anlagedauer testen können, um die Abwicklung, die Pünktlichkeit und Richtigkeit der Auszahlung zu prüfen.